Mein Rom besteht aus den vielen Geschichten, die man in jeder Gasse entdecken kann. Von Päpsten und ihren Mätressen, von bigotten Mönchen, von Künstlern und Baumeistern, von Adeligen und Leuten aus dem Volk. Fast 3000 Jahre haben in Rom überall ihre Spuren hinterlassen. Das ist es was die Geschichte in Rom so lebendig werden lässt. Hier finden Sie aktuelle Artikel zu Rom und seiner Umgebung


Heute bekam ich von Facebook die Mitteilung, dass ich mit diesem Foto nicht für meine Homepage werben darf. Wegen Darstellung von Nacktheit und sexuellem Inhalt. Es ist nicht zu fassen. Seit gut viereinhalb Jahrhunderten steht dieser Brunnen unbeanstandet mitten in Rom und zwar auf dem beliebtesten Platz, der Piazza Navona. Und nun irritiert dieses Foto irgendeinen prüden Studenten, der für Facebook Bilder bewertet.


Die Mutterstadt Roms - Besuch im Museum in Pratica di Mare 

Etwa 30 km südlich von Rom findet man das winzige Dorf Pratica di Mare, das allerdings anders als der Name suggeriert etwa drei Kilometer hinter der Küste liegt. Es hat noch eine Stadtmauer, ein kleines Kastell (bewohnt, daher nicht zu besichtigen) und weniger als 20 Einwohner. Pratica, den kleinste Stadtteil von Pomezia, kennen die Römer vor allem wegen des nahen Militärflugplatz auf dem Flugshows stattfinden oder im Ausland befreite Geiseln ankommen. Weniger bekannt ist die lange Geschichte. Pratica ist viel älter als Rom. Sehr viel älter.


Fiunicino kennt fast jeder Tourist – dem Namen nach. Denn die meisten Besucher Roms landen auf dem Flughafen im Gemeindegebiet. Doch den Ort Fiunicino besucht fast niemand. Dabei ist Fiumicino gleichzeitig eine der jüngsten und doch geschichtsträchtigsten Städte Latiums. Vor weniger als 200 Jahren gegründet, nachdem die Gegend Jahrhunderte lang verlassen war, war doch hier vor zwei Jahrtausenden eine der wichtigsten Hafenstädte Italiens.


Ein antiker Lügendetektor.

Überall in Rom trifft man noch auf die Geister und Götter der alten Römer. So findet man in der Vorhalle der Kirche Santa Maria in Cosmedin eine große runde Marmorscheibe von der uns ein unheimlicher, bärtiger Kopf aus leeren Augen anglotzt. Die Legende sagt, dass er jedem Lügner, der es wagt seine Hand in den offenen Mund zu stecken, diese augenblicklich abbeißen würde.


Der Ponte Sisto ist die einzige Renaissancebrücke Roms. Er soll im nächsten James-Bond-Film eine Rolle spielen.

Stadtplanung war und ist in Rom immer eine schwierige Angelegenheit. Meist findet sie erst statt, wenn es wieder heißt: „Oh Schreck, demnächst gibt es wieder ein Heiliges Jahr. Wo tun wir nur die ganzen Pilger hin.“ So war das auch, als unter Papst Sixtus IV. das Heilige Jahr 1475 nahte.


Adam Elsheimer (1578 – 1610), der erste der die Milchstraße darstellte.

Fast jede römische Kirche ist auch eine Begräbnisstätte für mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten. Es lohnt sich genauer hinzusehen und nachzuforschen welchen Theologen, Politiker oder Künstler man vor sich hat. In Rom sind auch zahlreiche deutsche Künstler begraben.


Fontana di Trevi - Der berühmteste unbekannte Baumeister
Januar 2009, Brief an Nicola Salvi, Baumeister des Trevibrunnens, von Rom ins Jenseits

Lieber Nicola,
Ich habe ein bißchen Zeit und so setze ich mich auf einen Treppenabsatz vor deinen Brunnen. Ich denke, ich sollte dir einen Brief schreiben. Eigentlich längst überfällig. Ich beschäftige mich ja schon eine Weile mit deinem Bau. Allerdings muß ich zugeben, dass es keine Liebe auf den ersten Blick war. Als Architekturstudent an der Universität Stuttgart fand ich deinen Haufen aus weißem Travertin, wie es sich gehört, einfach nur kitschig. Pech für mich, dass ich bei einem Seminar über barocke Plätze zu spät zur Themenvergabe gekommen bin. Der einzige Platz den noch niemand bearbeiten wollte war der der Fontana di Trevi. Und so begann ich mich an das Monstrum anzunähern und festzustellen wieviel Herzblut du in diesen Bau gesteckt hast. Vor genau 275 Jahren hast du damit begonnen einen würdigen Abschluss für eine antike Wasserleitung zu schaffen, die seit nun über 2000 Jahren klares, kühles Nass aus den Sabiner Bergen in die Senke zwischen Quirinalshügel und Pincio in Rom plätschern lässt.

Der Feldherr Marcus Agrippa hat damals dort in den Bergen mit seinen Soldaten eine Rast eingelegt, bevor sie in die Hauptstadt hinunter steigen wollten. Sie waren auf dem Rückweg von der Schlacht bei Actium, hatten Kleopatra und Marc Anton besiegt und erwarteten nun einen Triumphzug. Da kam ein Bauernmädchen zu den Soldaten und machte einen erfrischenden Vorschlag. Sie zeigte den Männern eine Quelle, an der sie ihren Durst löschen konnten. Marcus Agrippa erinnerte sich an die Quelle als er später nicht weit vom heutigen Trevibrunnen die ersten großen öffentlichen Thermen Roms baute. Er ließ 19 v. Chr. die Quelle fassen und das Wasser in einem Aquädukt, der Aqua Virgo, das Wasser der Jungfrau, in die Stadt leiten. Besucher an der Fontana di Trevi

Du, Nicola, kanntest diese Legende natürlich. Du hast sie an der Fassade deines Brunnens dargestellt.Da die Wasserleitung komplett unterirdisch verläuft, wurde sie als einzige in den Gotenkriegen nicht zerstört und versorgte auch noch im tiefsten Mittelalter Rom mit dem lebenswichtigen Gut. Allerdings wurde der Aquädukt immer kürzer und endete schließlich am heutigen Platz.

Bernini versuchte sich 1640 erstmals an einem monumentalen Brunnen, doch er stellte nicht viel mehr als eine großzügige Viehtränke her. Schließlich lud Papst Clemens XII. zahlreiche Architekten zu einem Wettbewerb ein und vergab überraschend den Auftrag, an dich, den unbekanntesten der geladenen Herren. 1732 begannst du dein Lebenswerk. Ob Clemens die Auftragsvergabe an dich bereut hat, weiß ich nicht. Sicher war er wenig begeistert wie schleppend der Bau voran ging. Er wollte doch noch zu seinen Lebzeiten das Bauwerk, mit dem er sich auch selbst feiern wollte, fertig sehen. Verzweifelt hat er schließlich 1735 einfach den Brunnen eingeweiht, obwohl gerade soviel von der Fassade stand, dass er seine Inschrift anbringen konnte. Auch sein Nachfolger, Benedikt XIV., konnte kein Ende absehen. Und erst der dritte Papst, Clemens XIII. durfte abschließend sein Wappen auf die Fassade aufsetzen. Das ist eine gehörige Leistung, dass du drei Päpste bei der Stange gehalten hast und trotzdem in deinem Tempo weitergearbeitet hast. Kaum ein Architekt war je so penibel. Mit Verlaub, aber die Arbeiter auf der Baustelle müssen dich gehaßt haben. Manchen unscheinbaren Felsen hast du zehn mal neu hauen lassen, bevor du zufrieden warst. Du hast monatelang an der Oberfläche des Steins herum experimentiert, bis das leider nur spärlich fließende „Jungfräuliche Wasser“ den Effekt des Meeresrauschens von sich gab. Ja du hast akustische Architektur geschaffen. ich empfehle jedem sich von der Via dei Crociferi dem Brunnen zu nähern und vielleicht ein bißchen auf den Stufen der kleinen Kirche Santa Maria in Trivio zu verweilen und sich auf das Brausen der Meereswogen einzulassen, bevor man langsam um die Ecke biegt und das Bild dazu wahr nimmt. Die Fassade eines Palastes, dem eine Kopie des berühmten Konstantinbogens vorgesetzt ist. Im Bogen steht der riesige Meeresgott Okeanus und dirigiert überlegen seine Tritonen die auf den kleinen Platz zu stürmen. Unter sich eine wilde Felslandschaft die aus der Architektur herausbricht und an der rechten Seite das vom Menschen geschaffene Bauwerk bereits zum Zerbrechen bringt. Wie aktuell in unserer Zeit der Klimakatastrophe, wenn die schmelzenden Grönlandgletscher dies zur realistischen Zukunftsvision werden lassen.

Der langwierige Bauprozess lag sicher auch an deiner Krankheit, die es dir immer schwieriger machte, die Baustelle zu leiten. Am Ende konntest du nur noch von einer Sänfte aus Anweisungen geben. Ich denke heute würde man von Multiple Sklerose reden. Und doch hast du zwanzig Jahre lang den Bau des Brunnens durchgezogen und dich mit deiner Auffassung gegen alle Kritiker durchgesetzt. Lediglich deinen Okeanus ließ Clemens XIII. nach deinem Tod durch Pietro Bracci erneuern. Weniger bullig und stürmisch, etwas gefälliger.

Man könnte meinen, deine Detailversessenheit war heillos übertrieben. Doch ich denke der riesige Erfolg, den dein Brunnen hat, hat seinen Ursprung darin, dass eben alles stimmig ist. Zusammen mit Schloss Neuschwanstein und dem Taj Mahal in Indien gehört die Fontana di Trevi in die Erste Liga der am meisten fotografierten Bauwerke der Welt. Menschen fliegen heute um den halben Globus um eine Münze in diesen Brunnen zu werfen. Die wenigsten werden seine Geschichte kennen. Kaum einer versteht die lateinischen Inschriften. Und, was dich schmerzen wird, fast keiner der tausenden von Menschen, die täglich hier her pilgern, kennt deinen Namen. Viele der Stadtführer, die Touristengruppen hier her führen behaupten einfach Bernini hätte ihn entworfen, manche sogar Michelangelo sei es gewesen. Vielleicht tröstet es dich, dass vor Berninis Tritonenbrunnen keine Touristen stehen. Der ist einfach nur ein Hindernis im Berufsverkehr. Nein die Menschen wollen deinen Brunnen sehen. Leute von anderen Kontinenten, die für bloß eine Woche ihres Lebens den alten Kontinent besichtigen. Für diese wird das Europabild vor allem durch die Fontana di Trevi bestimmt sein. Und alle lassen sich fotografieren während sie eine Münze ins Wasser werfen. Eigentlich sagt ja die Legende man müsse einen Schluck aus dem Brunnen trinken um wieder nach Rom zurück zu kommen. Einen zweiten um sich in einen Römer oder eine Römerin zu verlieben und einen dritten, damit die Hochzeit sicher stattfindet. Doch 1954 wurde der Brauch durch den Film „Three Coins in the Fountain“ abgeändert. Die Caritas ist dankbar dafür, denn sie bekommt so einige hunderttausend Euro pro Jahr, die aus dem Becken gefischt werden. Einmal pro Woche wird das Wasser abgelassen und Arbeiter schaufeln das Geld in Säcke, während ihnen schon neue Münzen um die Ohren fliegen. Der Schatz des Brunnens wird dann unter Polizeischutz zur Bank gefahren.

Und dein Brunnen rauscht weiter, unbeeindruckt vom Lauf der Zeit. Als Napoleon über Rom herrschte, plante er einen Prachtboulevard durch das Häusermeer direkt auf in hin zu schlagen. Die vielen Fotografen könnten den Trevibrunnen heute ohne extremes Weitwinkelobjektiv verewigen. Doch die einzigartige Atmosphäre des Platzes wäre hinüber gewesen.

Was unzählige feindliche Heere in zwei Jahrtausenden nicht schafften, schaffte im Sommer 2007 ein Trupp Bauarbeiter im Stadtteil Parioli. Bei der Ausschachtung einer Garage gruben sie den alten Aquädukt der Aqua Virgo an. Schlimm genug, doch schlimmer, sie wollten ihren Fehler beheben, in dem sie kubikmeterweise Beton in das Loch kippten. Seither hat dein Brunnen seinen eigentlichen Zweck, Endpunkt der jungfräulichen Quelle zu sein, verloren. Er ist nicht mehr Zweck-, nur noch Zierbau. Über seine Felsen fließt nun normales Leitungswasser. Und um dies zu sparen läßt man es mittels einer Umwälzpumpe zwei Wochen zirkulieren, bevor es ersetzt wird. Dies machte auch erst den Farbanschlag möglich, den am 19. Oktober 2007 die Gruppe „Azione futurista 2007“ verübte um gegen den Starrummel des Filmfestes in Rom zu demonstrieren. Das Aqua Virgo hätte die Farbe sekundenschnell weggespült. Doch die Umwälzpumpe sorgte dafür, dass das Wasser lange genug gleichmäßig blutrot gefärbt war um zahllosen Fotografen ein überraschendes Motiv zu bieten. Keine Angst Nicola, es blieben keine Spuren.

Es ist schwer zu sagen, was dieses Bauwerk so populär macht. Ist es die Monumentalität? Die Dynamik der Figuren? Das Meeresrauschen auf einem kleinen intimen Altstadtplatz? Wahrscheinlich das Zusammenspiel von allem. Und nicht zu unterschätzen, die Rolle von Federico Fellini, der 1960 die üppige Anita Ekberg in den Brunnen steigen ließ und so eine Filmszene schuf, die im Gegensatz zu der schwedischen Schauspielerin, für immer unvergessen sein wird.

Die Menschen kümmern sich jedoch nicht um alte Geschichten. Sie lassen sich dabei fotografieren, wie sie eine Münze in den Brunnen werfen und sind glücklich dabei. Mehr Erfolg kann sich ein Architekt doch wohl nicht wünschen.

Stadtführung durch die Römischen Altstadt

Wenn man über die alte Via Cassia Rom nach Norden verlässt kommt man durch den Stadtteil Tomba di Nerone. Ein angenehmes ruhiges Viertel, wenn man von der staugeplagten Via Cassia absieht.  Seinen eigenartigen Namen, Grab des Nero, hat es von einem großen Marmorsarkophag der an eben jener Durchgangsstraße steht. Seit dem Mittelalter hielt die Bevölkerung dieses einzeln stehende Monument für die letzte Ruhestätte des Kaisers, der, als vermeintliche erster Christenverfolger, den schlechtesten Ruf der antiken Prominenten genoss. Doch Nero wurde nach seinem Selbstmord im Grab seiner Familie, der Ahenobarbii, an der heutigen Piazza del Popolo beigesetzt.

Doch die falsche Zuweisung des Grabmals lag wohl auch daran, dass die meisten Leute im Mittelalter Analphabeten waren, denn man muss kein Historiker sein um den Namen der wahren Besitzer des Grabes, das zwischen 220 und 240 errichtet wurde, auf der Inschrift zu identifizieren. Publius Vibius Marianus und seine Ehefrau Regninia Maxima fanden hier ihre letzte Ruhe. Allerdings muss man sich zum Lesen auf die Rückseite bemühen, denn die Via Cassia führte, wie man auch an Resten des Basaltpflasters sieht, ursprünglich an der anderen Seite des Sarkophags vorbei.

Alles was wir über Vibius Marianus wissen, wissen wir von dieser Inschrift. Er hatte seine Karriere im Militär gemacht, wie man auch aus dem Figurenschmuck erraten kann. Die Dioskuren Castor und Pollux an den Seiten werden flankiert von Adlern, wie wir sie von den Standarten der Legionen kennen. An der Frontseite sind Siegesgöttinnen mit Fackeln dargestellt, die an Engel erinnern. Der Inschrift entnehmen wir, das Vibius Marianus nacheinander in der Legio III Gallica und der Legio II Italica gedient hat. Mit letzterer war er vielleicht an der Inthronisierung des Septimus Severus im Frühjahr 193 beteiligt. Als Kaiser Pertinax in Rom ermordet wurde riefen die Legionen an der Donau Septimus  Severus zum Nachfolger aus und mit eben der Legio II Italica zog dieser in Eile über die Alpen um seinen Anspruch gegen seine Gegner durchzusetzen. Womöglich wurde die Unterstützung dem Vibius Marianus dadurch gedankt, dass er zum Prokurator von Sardinien ernannt wurde. Auch dieses Amt ist in der Inschrift aufgeführt. Sein Monument, das unter falschem Namen berühmt wurde steht bis heute an der Straße über die Septimus Severus nach Rom einzog.


Tomba di Nerone auf einer größeren Karte anzeigen

Angelika Kauffmann, Selbstporträt in Bregenzerwälder Tracht 1781, Landesmuseum InnsbruckEin Weib mit ungeheurem Talent

Die meisten Touristen, die von der Fontana di Trevi zur Spanischen Treppe ziehen gehen an dieser Kirche achtlos vorbei. Doch man sollte zumindest einmal den Blick heben um das beeindruckende Ensemble von Sant’Andrea delle Fratte, dass sich über den Dächern Roms erhebt zu betrachten. Sant’Andrea delle Fratte gehört zu den alten mittelalterlichen Kirchen Roms. Doch gab der Marchese Paolo del Bufalo im 17. Jahrhundert einen barocken Neubau in Auftrag. 1653 bis 1667 erbaute Francesco Borromini das Querschiff neu und bekrönte die Kuppel mit einem Tambour der, wie er es so gerne tat, komplett gegen den Strich gebürstet wurde. Dieses Bauteil, das eigentlich nur die Aufgabe hat die Kuppel zu schließen und etwas Licht von oben in die Kirche zu lassen wird durch Borromini zum wichtigsten Teil der Kirche. Mit seinen Vor- und Rückschwüngen, den konkaven und konvexen Formen bringt er die Kirche zum rocken. Und alles ausgeführt im billigen Ziegel. Lediglich der kleine Glockenturm, der die Formideen nochmals aufnimmt, wurde in Marmor ausgeführt. Auf der Spitze stehen vier Voluten, die, als wären sie irgendwo übriggeblieben, von Borromini auf den Kopf gestellt arrangiert wurden.

Im Inneren treffen wir auf Borrominis Widersacher Gian Lorenzo Bernini, bzw. dessen Engel. Zwei der Engel, die eigentlich für die Engelsbrücke bestimmt waren, flankieren den Altar. Angeblich fand sie Papst Clemens IX. zu schön um sie dem Wetter auszusetzen. Doch wahrscheinlicher ist, dass er sie sich unter den Nagel reisen wollte und sie in seine Heimatstadt Pistoia abtransportieren lassen wollte. Nur durch seinen Tod blieben sie im nahen Palazzo Rospigliosi hängen und kamen schließlich in diese Kirche. Auf der Brücke stehen Kopien von Paolo Naldini.

Sant'Andrea delle Fratte, Berninis Engel

An einem Pfeiler am linken Seitenausgang erinnern zwei Grabtafeln an ein prominentes Ehepaar. Das obere Epitaph mit Porträt ist dem Maler Antonio Zucchi gewidmet. Doch eigentlich war er nur der Manager seiner viel bedeutenderen Frau Angelika Kauffmann, deren schlichte Grabplatte darunter hängt. Der lateinische Text besagt, dass sie würdig gewesen wäre im Pantheon bestattet zu werden, doch wollte sie bei ihrem Ehemann bleiben. Angelika Kauffmann wurde als Tochter des Malers Joseph Johann Kauffmann 1741 in Chur geboren, wo dieser gerade einen Auftrag am bischöflichen Schloss ausführte. Doch ihr Heimatort ist eigentlich Schwarzenberg im Bregenzerwald, dem Dorf, dem sie immer verbunden blieb. Dort schuf sie auch ihr erstes öffentliches Kunstwerk. Im zarten Alter von 15 Jahren malte sie die Fresken der 12 Apostel an die Seitenwand der Dorfkirche, während ihr Vater das Deckenfresko schuf. 1781, auf dem Weg von London nach Rom machte sie hier nochmals Station und malte das Altarbild. Es blieben ihre einzigen Werke auf österreichischem Boden. Trotzdem prangte ihr Bildnis auf dem letzten Hundert-Schilling-Schein vor Einführung des Euros.

Mit ihrem Vater bereiste sie halb Europa und ihr frühes Talent wurde honoriert. 1762 wurde sie in die Accademia Clementina in Bologna aufgenommen und drei Jahre später in Accademia di San Luca in Rom. Sie malte vor allem Porträts deutscher und englischer Italienreisender. Auf Empfehlung ihrer Kundin Lady Wentworth übersiedelten Tochter und Vater 1766 nach London. Sie lernte dort den Maler Joshua Reynolds kennen. Beide malten sich gegenseitig. Er blieb ihr Förderer obwohl sie seinen Heiratsantrag ablehnte. Dass sie stattdessen den schwedischen Grafen Frederick de Horn heiratete erwies sich als schwerwiegender Fehlgriff, den der Skandinavier verschwand kurze Zeit später mit dem Vermögen der Kauffmann. Doch ihre Karriere war unaufhaltsam. Angelika wurde Gründungsmitglied der Royal Academy und ihr zweiter Mann, der viel ältere Italiener Antonio Zucchi, diesmal vom Vater ausgewählt, erwies sich als bessere Partie. Er wurde nicht nur zu ihrer großen Liebe sondern auch zu ihrem Manager. Das Paar übersiedelte in die Via Sistina in Rom. Ihr Haus wurde schnell zum Treffpunkt der europäischen Künstler. Aber auch Adelige wie Anna Amalia von Sachsen-Weimar, selbst Kaiser Joseph II. waren dort zu Gast. Angelika Kauffmann fertigte zahllose Porträts in meist bemerkenswerter Lebendigkeit. Unter anderem saß die gesamte königliche Familie von Neapel Modell. Daneben malte sie Szenen aus der antiken Mythologie.

Pfarrkirche in Schwarzenberg, Vorarlberg  Pfarrkirche von Schwarzenberg, Vorarlberg, Apostel Mathäus, Angelika Kauffmann 1757  Sant'Andrea delle Fratte, Grab von Antonio Zucchi und Angelika Kauffmann

1787 war Goethe mehrmals Gast im Kauffmannschen Haus. Er schrieb etwas gönnerisch in seinem Reisetagebuch „Sie hat ein unglaubliches und als Weib wirklich ungeheures Talent.“ Doch das Bildnis, das sie von ihm malte mochte ihm trotzdem nicht gefallen. Er bemerkte: „Es ist immer ein hübscher Bursche, jedoch keine Spur von mir.“ Doch vielleicht war er einfach zu gut getroffen. Goethe als netter junger Mann und nicht als heroischer Dichterfürst wie er sich gerne sah. Tischbein tat ihm den Gefallen und malte ihn in dramatischer Pose an der Via Appia.

Stadtführung auf den Spuren von Bernini und Borromini

 

Sant'Andrea delle Fratte, Glockenturm

 

Die Liebesschlösser auf der Milvischen Brücke

Ponte Milvio

In den Zeiten der Wirtschaftskrise, der Globalisierung, der Klimakatastrophe und eines italienischen Ministerpräsidenten, der öffentlich seine Promiskuität zelebriert, kann es da noch Romantik geben? Ja klar. Ein Beispiel ist der Ponte Milvio in Rom. Seit drei Jahren ist die alte Brücke, die die Via Flaminia über den Tiber leitet, Zielpunkt der verliebten Paare in Rom. Schuld daran hat der Schriftsteller Federico Moccia, der in seinem Teenie-Liebesroman „Ho voglia di te“ (Ich steh auf dich) beschrieb, wie ein Liebespaar ein Vorhängeschloss an einer der Laternen der Brücke ankettete und den Schlüssel mit den Worten: „Per sempre!“ (Für immer!) in den Fluss warf. Es dauerte nicht lange bis die Leser des Bestsellers dem Vorbild nacheiferten und die Laterne nach und nach unter einem Mantel von Schlössern verschwand. Ein Video von Tiziano Ferro für die Musik zur Verfilmung des Buchs tat sein übriges. Gleichzeitig begann eine Diskussion, ob man dieses Treiben an der ältesten Brücke Roms dulden kann.

Tatsächlich wurde die Milvische Brücke bereits 207 v.Chr. erbaut. Allerdings wurde sie so oft zerstört und wider aufgebaut, dass nur wenige Teile der Pfeiler noch original aus dieser Zeit erhalten sind. Das bekannteste Ereignis war der Sieg Kaiser Konstantins am nördlichen Ufer vor der Brücke über Kaiser Maxentius 312 n.Chr. mit dem der Aufstieg des Christentums verbunden wird. Die Brücke war seit jeher die nördliche Eingangspforte zur Ewigen Stadt über die Besucher wie Karl der Große, Martin Luther oder Goethe reisten. Ihr heutiges Aussehen mit dem wuchtigen Brückentor verdankt sie Giuseppe Valadier, der sie im Auftrag von Papst Pius VII. Anfang des 19. Jahrhunderts umbaute.

Ponte Milvio, Liebesschlösser  Ponte Milvio, Liebesschlösser

Und eben eine der Straßenlaternen Valadiers knickte im Mai 2006 unter der Last der Lucchetti dell’amore, der Liebesschlösser, um. Nun musste die römische Stadtverwaltung handeln. Statt des naheliegenden Verbots entschloss man sich alternative Anbringungsorte zu finden. Vor jede der Laternen wurde zwischen Poller Ketten gespannt, an die die Liebespaare nun ganz legal ihre Schlösser schließen können. Inzwischen stehen ambulante Händler mit Schlössern und Filzstiften für spontane Liebesschwüre bereit. Ich finde, die Romantik leidet ein bisschen unter der Beendigung der anarchistischen Zustände. Aber Liebesschlösser findet man inzwischen auch an anderen Brücken Roms, anderer italienischer Städte und selbst an der Hohenzollernbrücke in Köln.

Das Paar, das ich an einem lauen Abend auf der Brücke traf, kreiste um die Schlossverkäufer und konnte sich doch nicht so recht für ein Liebesschloss entscheiden. „Das ist uns doch zu endgültig.“ Ewige Liebe, bis dass die Stadtreinigung uns scheidet.

Stadtführung durch die Römischen Altstadt

Ponte Milvio, Liebesschlösser

 

Leider wurden die Schlösser am 10. September 2012 von der Römischen Stadtreinigung entfernt.

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In der Antike waren Elefanten in Rom nichts besonderes. Die Römer sahen sie bei Schaukämpfen im Kolosseum oder als Teilnehmer an Triumphzügen. Doch seit dem Untergang des Römischen Reichs kannte man die Rüsseltiere nur noch vom Hörensagen. Es sollte fast 1000 Jahre dauern bis wieder ein Dickhäuter die Ewige Stadt betrat.

Anfang des 16. Jahrhunderts stritten sich Spanien und Portugal um die Aufteilung der Welt. Dem Papst kam dabei eine wichtige Rolle zu. Er hatte den Vertrag von Tordesillas vermittelt, der den 46ten Längengrad als Grenze der Einflußsphären der zwei Staaten vorsah. So wurde für Portugal Afrika aber auch Brasilien gesichert. Spanien konnte sich den Rest von Nord- und Südamerika unter den Nagel reissen. Als Giovanni de'Medici 1513 zum Papst Leo X. gewählt wurde, wollte sich König Manuel von Portugal dessen Gunst sichern um im teuren Gewürzhandel mit dem Orient die Oberhand zu behalten. Da machen exquisite Geschenke einen guten Eindruck. Und so ließ der König aus dem indischen Cochin einen Elefanten anliefern.

Die Schiffsreise des Tiers bis nach Italien verlief relativ problemlos, doch der Landweg bis Rom verursachte erhebliche Aufregung. So stürzte in Tarquinia eine Herberge ein, die von Schaulustigen gestürmt wurde, um einen Blick auf den Elefanten zu erhaschen. Als der Papst seine Schweizer Garde dem Tross entgegen schickte erhöhte dies die Aufmerksamkeit nur. Schließlich konnte Leo doch am 19. März, also heute vor genau 495 Jahren sein Geschenk an der Engelsburg in Empfang nehmen. Er war restlos begeistert und taufte den Elefant auf den Namen Annone. Für die zwei Leoparden, den Panther und das Dutzend Papageien, die Annone begleiteten interessierte sich der Pontifex statt dessen nicht. Annone lebte fortan in den Vatikanischen Gärten und war der Star bei zahlreichen Festumzügen. Er wurde von vielen Künstlern, wie Raffael, porträtiert. Doch schon zwei Jahre nach seiner Ankunft erkrankte das Tier an einer Verstopfung. Die Leibärzte verabreichten ihm ein mit Gold versetztes Abführmittel, das jedoch doch die gegenteilige Wirkung hatte. Am 8. Juni 1516 starb Annone. Seine Knochen wurden 1962 bei Bauarbeiten im Vatikan wieder gefunden.

Annone, nach einer Zeichnung von Raffael

Es dauerte über hundert Jahre, bis der zweite Elefant Rom erreichte, über den wir weit weniger wissen. Er soll wohl im Hafen von Amsterdam Europa erreicht haben und wurde von Schaustellern durch Deutschland und Österreich von einem Jahrmarkt zum nächsten bis Italien gebracht. Im Mai 1630 erreichte er Rom und sorgte wieder für großes Aufsehen. Dieses Mal war es Gian Lorenzo Bernini, der Studien von dem eigenartigen Tier anfertigte.

elefante-minerva-002.jpgJahrzehnte später, 1665, grub man im Garten von Santa Maria sopra Minerva einen Obelisken aus. Die Kirche steht nicht nur über einem kleinen antiken Minervatempels, den größten Teil ihrer Fläche nahm einst der große Tempel für die ägyptische Göttin Isis, der kurz nach der Ankunft Kleopatras in Rom errichtet wurde, ein. Für die Ausstattung ließ man damals alte Obelisken aus der ägyptischen Stadt Saïs bringen. Nun stritt man sich in welcher Form man den einen Obelisken vor der Basilika aufstellen könnte. Domenico Paglia schlug vor die sechs Hügel aus dem Wappen von Papst Alexander VII. als Sockel zu nehmen und vier Hunde an ihre Seiten zu setzen. Ein heftiger Seitenhieb gegen die Dominikaner denen Santa Maria sopra Minerva gehörte, wurden diese doch als Domini Cani (Kettenhunde Gottes) verspottet. Und so kramte Bernini seine alten Zeichnungen des Elefanten hervor und schlug vor diesen als Sockel zu nehmen. Die Dominikaner waren auch damit nicht zufrieden. Konnte der schwere Obelisk auf dem Tier halten, wenn doch der Raum unter dem Bauch hohl sein sollte. Zweifel an den statischen Kenntnissen Berninis waren durchaus angebracht, mussten doch seine Glockentürmchen auf dem Petersdom rasch wieder abgerissen werden, nach dem sie Risse in der Fassade verursachten.

Bernini gab die Ausführung des Werks an Ercole Ferrata weiter. Der begab sich auf die sichere Seite, warf dem Elefanten eine Satteldecke über und versteckte darunter den massiven Sockel auf dem der Obelisk seit fast 400 Jahren stabil steht. Doch ihm gelang auch eines der reizendsten Kunstwerke Roms. Ein Elefant, der verschmitzt den Kopf zur Seite neigt, den Rüssel kringelt und zu grinsen scheint. Das plumpe Tier strahlt eine unglaubliche Leichtigkeit aus. Ob der Konflikt mit den Dominikanern dazu führte, dass das Tier dem Klostertor den Hintern zuwendet?

Ercole Ferrata stammte aus Como und arbeitete eine zeitlang in der Werkstatt Berninis. Als er den Elefanten schuf war er jedoch mit 57 Jahren längst ein gestandener Bildhauer, der für den Hof der Medici arbeitete. Doch es gelang ihm nie aus dem Schatten Berninis herauszutreten. Und so ist der kleine Elefant vor der Minerva noch heute als Floh des Bernini bekannt.

Der Obelisk aus rosa Granit ist mit 5,47 Metern der kleinste ägyptische Obelisk in Rom. Er bildete mit mindestens fünf weiteren eine Allee vor dem Isistempel. Sein Zwillingsobelisk steht heute in Urbino. Aufgestellt wurde er in der ägyptischen Stadt Sais für Pharao Apries, der 589 bis 570 v. Chr. regierte. Dieser Pharao kommt unter seinem hebräischen Namen Hophra auch in der Bibel vor. Wahrscheinlich wurde er fast 700 Jahre später, im 1 Jahrhundert n.Chr. nach Rom gebracht.

Stadtführung durch die Römischen Altstadt

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Der Elefant wurde 2012 umfassend renoviert und erstrahlt nun wieder in altem Glanz. Vor der Renovierung hatte er noch von Abgasen geschwärzte Ohren.

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Santa Maria sopra Minerva, Elefante auf einer größeren Karte anzeigen

 

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Der Ursprung des Valentinstags in Rom

Eigentlich müsste ja heute in der Kirche Santa Maria in Cosmedin am römischen Tiberufer viel los sein. Nicht wegen der Bocca della Verità, dem Wahrheitsmund, berühmt durch die Filmszene mit Audrey Hepburn und Gregory Peck, der in der Vorhalle aufgestellt ist. Auch an jedem anderen Tag im Jahr stehen hier die Touristen Schlange, um die Legende herauszufordern, nach der jedem Lügner, der seine Hand in den Wahrheitsmund hält, diese abgebissen wird. Doch entweder hat der Triton im Alter seine Bisskraft eingebüßt, oder es wird nicht mehr gelogen. Alle winken mit der geretteten Hand fürs Erinnerungsfoto.


Die Ewige Stadt

Rom, das ist das Sehnsuchtsziel der Deutschen. Keine andere Stadt war im letzten Jahr das Ziel von sovielen Touristen. Zu Recht. Denn nirgends auf der Welt bekommt man soviel Kunst und Geschichte hautnah geboten. Rom war der Ausgangspunkt, von dem aus Europa immer wieder erfunden wurde.

Das Römische Reich brachte zum ersten Mal Kultur, Lebensstandard und Sicherheit für den ganzen Kontinent. Danach trat das Christentum von Rom aus seinen Siegeszug an. Und als Martin Luther gegen den Papst mobil machte, konterte Rom mit der Erfindung des Barock.

Folgerichtig erlebte die Europäische Union 1957 ihre Geburtsstunde auf dem römischen Kapitol.

Doch Rom ist mehr als Kolosseum und Petersdom, als Forum Romanum und Spanische Treppe. Rom ist auch mediterrane Lebensart, Mode und italienisches Essen.

Mein Rom besteht aus den vielen Geschichten, die man in jeder Gasse entdecken kann. Von Päpsten und ihren Mätressen, von bigotten Mönchen und leichten Mädchen, von Künstlern und Baumeistern, von Adeligen und Leuten aus dem Volk. Fast 3000 Jahre haben sie in Rom überall ihre Spuren hinterlassen. Das ist es was die Geschichte in Rom so lebendig werden lässt.

 

Essen in Rom kann ein wunderbares Erlebnis sein. Lassen Sie sich auf die Römische Küche ein und entdecken Sie auf Märkten und Geschäften leckere Lebensmittel aus dem Umland und hervorragende Weine. Wenn Sie aufpassen, tappen Sie nicht in Touristenfallen und genießen ein kulinarisches Erlebnis.



Via Appia Antica

Die Via Appia Antica gilt als das längste Museum der Welt. Auf 18 km, ab der Porta Capena beim Circus Maximus bis nach Frattocchie, ist die älteste römische Konsularstraße, teilweise noch mit ihrem antiken Pflaster, erhalten. Dann vereinigt sie sich mit der Via Appia Nuova um als normale Staatsstraße weitere 560 km bis zum süditalienischen Hafen Brindisi zu führen.

Ab dem Jahr 312 v. Chr. ließ der Konsul Appius Claudius Caecus die Straße Richtung Capua vor Neapel anlegen, die seinen Namen unsterblich machen sollte. Es ging ihm vor allem darum schneller Truppen im Krieg gegen das Volk der Samniten verlegen zu können. Erst als die Straße 120 Jahre später nach Brindisi verlängert wurde, entwickelte sie sich zur wichtigsten Handelsstraße des Römischen Reichs. Noch heute markieren dort zwei Säulen das Ende des Wegs.

Die Via Appia ist noch heute von Gräbern in unterschiedlichster Form gesäumt. Da in der Antike die Bestattung von Toten innerhalb der Städte verboten war, wich man an die Ausfallstraßen aus. Nicht zuletzt mit dem Ziel Reisende durch monumentale Familienmausoleen zu beeindrucken. Die ärmeren Römer wurden in zweiter und dritter Reihe begraben oder schließlich (nicht nur Christen) in unterirdischen Katakomben. Doch gibt es entlang der Straße auch andere Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

Hier finden Sie eine ausführliche Beschreibung der Straße und etliche Einzelaspekte.

Erleben Sie die Via Appia Antica bei einer geführten Wanderung. Spüren Sie 2000 Jahre Geschichte in römischer Landschaft.


 

Der Vatikan ist der kleinste Staat der Welt, den es in seiner heutigen Form seit den Lateranverträgen von 1929 gibt. In gewisser Weise ist er damit Nachfolger des Kirchenstaats der zu seinem Höhepunkt ganz Mittelitalien umfasste und der 1870 nach der Eroberung durch Garibaldi an das Königreich Italien fiel. Staatsoberhaupt und gleichzeitig Bischof von Rom ist der Papst.

Die Bischofskirche des Papstes und damit die erste Kirche in der Hierarchie der katholischen Kirche ist die Lateransbasilika, keineswegs der Petersdom. Der Petersdom ist trotzdem das wichtigste Pilgerziel, die größte Kirche Roms und eines der größten Gotteshäuser der Welt. weiterlesen