Caspar van Wittel - Piazza Navona, 1699, Thyssen-Bornemisza Museum, Madrid

Viele sagen die Piazza Navona sei der schönste Platz in Rom. Oder der barocke Platz sei das Wohnzimmer der Römer. Auf jeden Fall ist es ein sehr geschichtsträchtiger Platz.

Ursprünglich stand hier das Stadion, das Kaiser Domitian für den Agon Capitolinus, eine Art Gegenolympiade errichten ließ. 30.000 Zuschauer verfolgten hier Leichtathletikwettkämpfe. Nach dem Untergang des Römischen Reichs wurde das Sportgebäude für Wohnzwecke umgenutzt, doch die Form blieb bis heute erhalten.

Inondata, die geflutete Piazza Navona

In der Barockzeit baute Papst Innozenz, oder eher seine ehrgeizige Schwägerin Olimpia Maidalchini den Platz zur prächtigen Visitenkarte ihrer Familie um. Die Architekten Bernini und Borromini erstellten den Palazzo Pamphilj, die Kirche Sant’Agnese in Agone und den Vierströmebrunnen, die den Platz bestimmen.

Die Piazza Navona war immer ein Zentrum des gesellschaftlichen Lebens von Rom. Hier wurde der Karneval gefeiert. Noch bis ins 19. Jahrhundert wurde der Platz im August geflutet, damit die Römer sich bei einer Wasserschlacht erfrischen konnten. Und noch heute findet hier der Weihnachtsmarkt, der Mercato della Befana statt, der der Weihnachtshexe gewidmet ist.

Sehenswürdigkeiten:
Die Kirche Sant’Agnese in Agone Vierströmebrunnen
Die drei Brunnen: Vierströmebrunnen, Mohren- und Neptunbrunnen
Ausgrabungen des Stadion des Domitian
Santa Maria della Pace
Palazzo Altemps
Palazzo Braschi mit dem Museo di Roma mit der sprechenden Statue des Pasquino
Palazzo della Sapienza mit der Kirche Sant'Ivo von Borromini
Palazzo Madama, Sitz des Senats
San Luigi dei Francesi mit Gemälden von Caravaggio
Via dei Coronari

Die Piazza Navona im Rahmen einer Führung erleben.

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Piazza Navona

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Dieser Roman spielt an der barocken Piazza Navona.
Siehe:Literatur aus Rom.
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Die Baugeschichte der Kirche an der Piazza Navona

Francesco Borromini

Sant’Agnese in Agone ist eine der bekanntesten Kirchen Roms, denn sie bestimmt mit ihrer Kuppel die bei Touristen beliebte Piazza Navona und ist daher häufiges Fotomotiv. Doch bildet sie nicht nur den Hintergrund für den Vierströmebrunnen. Sie hat auch selbst eine interessante Geschichte.

Ihren Beinamen verdankt sie dem antiken Agon (Wettkampf) der im Stadion des Domitian stattfand, über dem sie errichtet ist.


Das Stadion des Domitian unter der Piazza Navona

Seit kurzem ist eine neue archäologische Stätte in Rom zugänglich. Direkt hinter der Piazza Navona kann man zu den Arkaden des Stadions von Domitian hinabsteigen.

Antiker Aureus mit Darstellung des Stadions

Es gab in Rom nicht nur Gladiatorenkämpfe und Pferderennen. Kaiser Domitian stiftete im Jahr 86 n. Chr. den Agon Capitolinus, der wie die Olympischen Spiele in Griechenland alle vier Jahre stattfand, neben leichtathletischen Wettkämpfen aber auch einen Dichterwettbewerb umfasste. Für diese Spiele ließ er auf dem Marsfeld ein neues Stadion mit den Ausmaßen 275 x 106 Metern bauen.


Der Vierströmebrunnen von Bernini

Der Vierströmebrunnen, Fontana dei Quattro Fiumi, auf der Piazza Navona ist nach dem Trevibrunnen sicher der bekannteste Brunnen Roms und eines der Hauptwerke von Gian Lorenzo Bernini. Dabei war es gar nicht vorgesehen, dass Bernini den Auftrag bekommt. Sein Förderer Papst Urban VIII war gerade gestorben und der neue Papst Innozenz X ignorierte den Bildhauer. Zudem hatte Bernini gerade Ärger, da sein Glockentürmchen am Petersdom an der Fassade Risse verursachte und daher wieder abgebaut wurde. Bernini war nicht zum Wettbewerb für den Brunnen vor der Residenz der neuen Papstfamilie eingeladen.

Bernini siegte mit einem Trick. Er ließ ein silbernes Modell seines Brunnens in den Palast der Pamphilj, der Familie des Papstes schmuggeln und verehrte es der Schwägerin des Papstes Olimpia Maidalchini, denn er wusste, dass sie die Person war, die in der Papstfamilie tatsächlich die Entscheidungen traf.