Achtung Touristenfalle

Heute wird in den japanischen Zeitungen berichtet (wiedergegeben in römischen Blättern), dass ein japanisches Ehepaar sich an die Öffentlichkeit gewandt hat, da sie nach reiflicher Überlegung eine Restaurantrechnung für ein bißchen überteuert hielten.

Das Ereignis trug sich vor genau einem Monat zu, als das besagte Paar in der Nähe der Piazza Navona von einem Kellner zum Essen in das Lokal Il Passetto neben dem Palazzo Altemps überredet wurde.

Sie wurden an einen Tisch gesetzt und bekamen leckere Empfehlungen, ohne jedoch eine Speisekarte zu sehen. Man bestellte schließlich einen Vorspeisenteller (ein paar Scheiben Schinken), Spaghetti mit Hummer (OK, das ist nicht das billigste) und einen Fisch, der am Tisch vornehm tranchiert wurde. Dazu gab es Wein und schließlich einen Espresso zum Abschluß. Die Überraschung kam mit der Rechnung. 293 Euro sollte der Spass kosten. Die Japaner waren etwas irritiert, zückten jedoch trotzdem ihre Kreditkarte. Auf der folgenden Abrechnung hatte sich der Betrag dann auf wundersame Weise auf 352 Euro erhöht. Steuern, wie der Kellner erklärte. Ob die Japaner noch Trinkgeld gaben ist nicht bekannt. Das Ereignis ist nun ein Fall für die Finanzpolizei.

Um das erstmal klar zu stellen. Die große Mehrheit der römischen Gastwirte haut ihre Gäste nicht übers Ohr. Aber wer an der Piazza Navona Hummer bestellt sollte sich über einen dreistelligen Betrag auf der Rechnung nicht wundern. Den selbst wenn der Wirt nicht raffgierig ist, muss er doch eine horrende Miete für sein Lokal erwirtschaften. La Repubblica errechnet trotzdem, dass für oben beschriebenes Menü 100 Euro angemessen gewesen wären. Trotzdem rate ich jedem, der kein Geld zum umsichwerfen hat, auf Restaurants an der Piazza Navona oder am Pantheon zu verzichten. Dort liegt zudem die Qualität meist im entgegengesetzten Verhältnis zum Preis. Ein Tipp: gute Wirte bekommen ihr Restaurant auch ohne einen Mitarbeiter, der auf der Straße Touristen anspricht, voll.

Und vielleicht noch ein paar Hinweise. Ein Betrag von ein paar Euro für „Coperto“, d.h. Gedeck und Brot, auf der Rechnung ist in Italien OK und üblich, am Ende noch Steuern extra draufzurechnen nicht. Der Mehrwertsteuersatz beträgt übrigens für die Gastronomie 7 %. Essen ist in Rom grundsätzlich teurer als in Deutschland, aber für 30 Euro bekommt man in der Regel schon ein gutes Menü. Dabei wird erwartet, dass die Gäste in einem Restaurant auch ein richtiges Menü bestellen und nicht nur einen Teller Spaghetti. Ein richtiges Menü besteht zumindest aus einem Primo (erster Gang), also Pasta oder Risotto, oder Minestrone und einem Secondo (zweiter Gang), also ein Fleisch oder Fischgericht. Für einen Römer liegt es außerhalb seiner Vorstellungskraft, dass man nur für einen Teller Nudeln ins Restaurant geht. Dazu kommen nach Wunsch noch Antipasti (Vorspeisen) und Dolci (Dessert). Wer weniger oder billiger essen möchte findet genügend Auswahl in einer Pizzeria, Spaghetteria oder einer Tavola Calda (übersetzt heißer Tisch), ein Imbiss, oft als Selbstbedienungslokal.

Bei der Preisgestaltung des Essens muss man wissen, dass es einen grundsätzlichen Unterschied zu Deutschland gibt. Deutsche Wirte verdienen ihr Geld meist mit den Getränken und ziehen entsprechend die Mundwinkel nach unten wenn man sich den Abend an einem kleinen Mineralwasser festhält. Bei den Italienischen Kollegen ist das genau umgekehrt, die verlangen mehr fürs Essen und können es sich dafür manchmal leisten den Wein zum Menü zu spendieren. Das hat natürlich auch den Grund, da ein Italiener im Durchschnitt bereit ist das Doppelte fürs Essen auszugeben wie ein Deutscher.

Aber keine Angst, es gibt in Rom eine riesige Fülle wunderbarer Restaurants bei denen das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Eben nicht direkt an den Hauptsehenswürdigkeiten, aber ein paar Gassen weiter. Ich gebe Ihnen auch gerne ein paar Tipps.

 

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Restaurant an der Piazza Navona, NICHT das im Text genannte

Piazza Navona