Es muss nicht immer Michelangelo sein.

Die berühmte Sixtinische Kapelle, die Teil der Vatikanischen Museen ist, wurde gerade technisch auf den neuesten Stand gebracht. Ab dem 30. Oktober 2014 sollen 7 000 LED-Leuchten die Fresken von Michelangelo, Botticelli, Ghirlandaio und anderen in ein besseres Licht setzen. Zudem soll eine topmoderne Klimaanlage Temperatur und Feuchtigkeit besser kontrollieren. Doch ein Problem lässt sich damit leider nicht lösen. Die gnadenlose Überfüllung. 6 Millionen Besucher werden pro Jahr durch die Sixtinische Kapelle und die Museen geschleust. Mit steigender Tendenz. Wenn man gerade in der Hauptsaison die Vatikanischen Museen besucht wird man nur noch wie Schafe in einer Herde durch die Gänge gedrückt. Möchte man ein Kunstwerk etwas genauer ansehen, fordert ein Wärter gleich „Avanti, avanti!“ zum weitergehen auf.

Nun fragt sich der Tourist in Rom: „Was soll ich denn anschauen, wenn nicht die Sixtinische Kapelle?“ Liebe Besucher der Ewigen Stadt. Wenn es einen Ort auf der Welt gibt, wo kein Mangel an Kunstwerken besteht, dann Rom. Wer sich die Drängelei im Vatikan nicht antun möchte, dem gebe ich hier 10 Vorschläge. Alle wären in fast jeder anderen Stadt des Globus sofort Touristenziel Nummer eins. In Rom müssen Sie hier kein Gedränge befürchten.

Gerne zeigen wir Ihnen diese Sehenswürdigkeiten auch bei einer Stadtführung.

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Raffaels Hochzeitmal in der Villa Farnesina, 1611
Besuchen Sie doch mal den Konkurrenten von Michelangelo, Raffael. Anfang des 16. Jhd. baute der Bankier Agostino Chigi die Villa Farnesina am Tiberufer am Rand von Trastevere und ließ sie von seinem Günstling Raffael und seinen Schülern opulent ausmalen. Sie können von Montag bis Samstag 9:00 bis 14:00 unter Decken voller antiker Götter schwelgen. Link zur Villa Farnesina, deutschsprachiger Prospekt (Pdf)
Cortona Barberini 02
Im Palazzo Barberini ist eine der besten Gemäldegalerien Italiens mit Werken von Tintoretto, Raffael, Holbein und vor allem Caravaggio untergebracht. Doch auch hier gibt es ein außergewöhnliches Deckenfresko zu bestaunen. Pietro Cortona schuf im Festsaal ein ungewöhnlich plastisch wirkendes Gemälde, das die Besucher in Ihren Bann zieht. Berühmt sind die Torpedo-Bienen aus dem lebendig gewordenen Papstwappen. Geöffnet täglich außer Montag. Homepage der Galerie, Galleria Barberini auf Facebook, das Deckengemälde in hoher Auflösung

Triumph_St_Ignatius_Pozzo klein

Und noch ein Deckenfresko zum Staunen. Andrea Pozzo hat das Dach der Kirche Sant’Ignazio mit seinem Gemälde geradewegs weggesprengt. Alles fliegt in den Himmel und ist dabei so plastisch, dass man meint man habe eine 3-D-Brille auf. Die wahre Überraschung ist aber die Kuppel. Gehen Sie langsam nach vorn und beobachten Sie genau. Auch sie ist nur gemalt. Homepage der Kirche, das Deckengemälde in hoher Auflösung

 

Lippi Carafa 01

Ein weiterer Renaissance-Kosmos befindet sich in der Kirche Santa Maria sopra Minerva. Filippino Lippi malte 1488 bis 1493 eine Kapelle für Kardinal Oliviero Carafa mit Szenen aus dem Leben des Thomas von Aquin aus. Am schönsten ist aber der himmlische Reigen musizierender Engel. Statt des Kardinals, der im Dom von Neapel seine letzte Ruhestätte fand, befindet sich in der Capella Carafa heute das Grabmal seines Neffen, Papst Paul IV. Auf Michelangelo treffen Sie in der Kirche auch. Sein auferstandener Christus steht ein paar Meter weiter. Homepage der Kirche Santa Maria sopra Minerva

Engelsburg, Kaiser Hadrian in der Sala Paolina, Perin del Vaga 1546 - 48

Die Engelsburg, eigentlich das Grabmal von Kaiser Hadrian, wurde im Mittelalter Fluchtburg der Päpste. Im 16. Jahrhundert stattete Perin del Vaga mit seinen Schülern die Säle mit prächtigen Fresken aus. Zum Ende der Besichtigung können Sie von der Terrasse einen der schönsten Aussichtspunkte über Rom genießen. Homepage der Engelsburg,

cappella di S.Zeno 01

Keine Fresken sondern Mosaike vom Feinsten finden Sie in der kleinen Kirche Santa Prassede. In kaum einer anderen Kirche ist so ein vollständiger Zyklus aus dem 9. Jhd. erhalten. Gesteigert wird die Pracht noch in der Zeno-Kapelle, ein Schmuckkästchen des Mittelalters in dem jeder Quadratzentimeter mit bunten Steinchen belegt ist. Das Besondere: Hier finden Sie sogar das Porträt einer Bischöfin. Achtung, von der Kirche ist in einer Seitengasse bei Santa Maria Maggiore nur die Eingangstür sichtbar. Zur Bischöfin Theodora

 

Silvestro 01

Einen weiteren mittelalterlichen Freskenzyklus findet man in der Silvesterkapelle, die sich im Vorhof von Santi Quattro Coronati befindet. Sie behandelt die angebliche Konstantinische Schenkung. Die Bilder auf denen sich Kaiser Konstantin dem Papst unübersehbar unterordnet waren aber wohl als Propaganda im Streit zwischen Papst Innozenz und dem Staufer Friedrich II. im 13. Jhd. gedacht. Klingeln Sie an der Pforte, rechts im zweiten Innenhof. Gegen eine kleine Spende öffnet Ihnen eine Nonne die Tür. Homepage der Kirche, Wikipedia zur Konstantinische Schenkung

 

Casa delle Civette

In der Villa Torlonia an der Via Nomentana findet man ein wahres Schmuckkästchen des Jugendstils. Die sogennannte Schweizer Hütte wurde 1908 umgebaut und mit vielen Details liebevoll dekoriert. Da zahlreiche der Nachtvögel vorkommen wird sie seither Haus der Eulen – Casa delle Civette genannt. Homepage des Museums

S_Maria_Trastevere

Eine Kirche, die vor Kunstwerken aller Epochen nur so strotzt, ist Santa Maria in Trastevere. Besonders die Mosaiken im Chor auf goldenem Grund sind von blendender Schönheit. Maria auf dem Himmelsthron neben Christus ist wie eine byzantinische Prinzessin geschmückt.

Santa Costanza

Die Kirche Santa Costanza wurde ursprünglich als Mausoleum für eine Prinzessin aus dem Herrscherhaus Konstantins des Großen im frühen 4. Jahrhundert errichtet. Nirgends in Rom sind so viele antike Mosaiken so gut erhalten. Ein fröhlicher Kosmos von Tieren, Vögeln und Amoretten bei der Weinernte schmückt den alten Kuppelbau. Ein Überblick über die Mosaiken in Santa Costanza.

Aber prächtige Mosaiken gibt es noch in zahlreichen anderen römischen Kirchen. Gerne zeigen wir Ihnen eine Auswahl.

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