Der Himmel hängt voll Salami

Die meisten Touristen, die in die Albaner Berge fahren, besuchen Castel Gandolfo, die Sommerresidenz des Papstes und sind oft etwas enttäuscht, da die prächtigen Parkanlagen leider dem Besucher verschlossen bleiben.

Meine Empfehlung ist ein paar Kilometer weiter nach Nemi zu fahren, das wie ein Schwalbennest über dem Kratersee, dem Nemisee hängt. Ich finde das ist der stimmungsvollste Ort in der Hügellandschaft, die die Einheimischen nur die „Castelli Romani“ nennen. Ein Besucher hat mal gesagt, er wirkt wie ein Fischerdorf in den Bergen. Ich finde treffend. Bei guter Fernsicht sieht man über den Kraterrand hinweg ja sogar die Meeresküste.

In der Antike war Nemi der Standort des uralten Dianatempels. Davor schipperten die gigantischen Nemi-Schiffe von Kaiser Caligula übers Wasser und auch Cäsar hatte eine Villa hier.

Heute kommen die Römer vor allem wegen dem guten Essen hier hinauf. Nemi ist das Dorf der Walderdbeeren, die allgegenwärtig auf Törtchen, als Likör oder natur in den Cafés zu probieren sind. Aber im Wald gibt es auch Wildschweine und Pilze. Die Restaurants zeigen was man daraus machen kann.
Norcineria Castelli in Nemi Norcineria Castelli in Nemi

Ich mache immer einen Abstecher zu Simona, die ihr Feinkostgeschäft gleich am Ortseingang rechts betreibt. Da hängt der Himmel voll von Würsten und Schinken. Simona Castelli übernahm den Familienbetrieb vor 20 Jahren und setzt auf solides Handwerk. Das Wild stammt aus den Wäldern rund um Nemi, die Hausschweine aus Umbrien. In der eigenen Schlachterei werden daraus Salami und Prosciutto und natürlich die knusprige Porcchetta für die die Castelli berühmt sind. Dieser gut gewürzte Schweinerollbraten, den man am besten direkt im Brot aus der Hand isst.

Castelli Simona
Corso Vittorio Emanuele, 38
00040 Nemi

Walderbeeren aus Nemi

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