Grottaferrata 02

 

Nicht nur die Katakombe am zehnten Meilenstein ist in Grottaferrata eine Besichtigung wert. Vor allem ist dies die Abtei um die sich der heutige Ort entwickelt hat. Gegründet wurde das Kloster 1004 vom Heiligen Nilus der aus dem damals noch griechisch geprägten Kalabrien in die Gegend von Rom kam. Der da schon über 90jährige bekam von den Grafen von Tusculum die Ruine einer antiken römischen Villa geschenkt. In einem Raum mit vergitterten Fenstern dieser Villa müssen schon früh Christen eine Kapelle eingerichtet haben. Daher auch der Name Grottaferrata, was vergitterte Grotte bedeutet. Der eigentliche Gründer war jedoch Bartholomäus, ein jüngerer Gefährte des Nilus, der wie er aus dem kalabrischen Rossano stammte. Er erbaute die Kirche, die wir im wesentlich so heute noch besichtigen können auch wenn die Vorhalle im 19. Jahrhundert in die ursprüngliche Form zurückrestauriert wurde. Original ist die wunderschöne Tür durch die man ins Kircheninnere tritt. Ranken sind von Menschen Vögeln und anderem Getier bevölkert. Auch die Holztür stammt noch aus der Erbauungszeit. Ebenso der ungewöhnliche Taufstein auf dem das Thema des Menschenfischers eigentümlich interpretiert wird. Ein Mann springt mit einem Köpfer ins Meer. Die Menschen verwandeln sich in Fische, Symbole der christlichen Seelen, und werden von zwei Anglern wieder eingefangen.

Grottaferrata 09Das Innere wurde barockisiert, aber am Triumphbogen hat sich ein Mosaik erhalten, dass das Pfingstwunder ebenfalls eigenwillig darstellt. Die Apostel haben sich um den leeren Thron Christus versammelt, der mit dem Lamm Gottes gekennzeichnet ist. Als erste sitzen die Brüder Petrus und Andreas, Gründer der West- und der Ostkirche. So warten Sie, dass der Heilige Geist über sie kommt. Die von Kardinal Alessandro Farnese erbaute Seitenkapelle ist mit bedeutenden Fresken von Domenichino ausgestattet worden. Sie zeigen die Gründung und Erbauung des Klosters durch Nilus und Bartholomäus und den Besuch von Kaiser Otto III. beim Heiligen Nilus.

Auch die Abtei ist sehenswert, wenn auch nur einige Teile bei einer Führung zugänglich sind. So der Kryptoportikus, ein Unterbau, der von der römischen Villa noch erhalten ist. Von hier sieht man auch mächtigen die Befestigungsanlagen, die von Giuliano della Rovere erbaut wurden, der in Grottaferrata Abt war. Er hat auch den Abtpalast neben der Kirche erbauen lassen, der jedoch unvollendet ist, da della Rovere zwischenzeitlich zum Papst Julius II. gewählt wurde. Nun suchte er sich wichtigere Bauaufgaben in Rom, wie den Petersdom.

Das Klosterleben wird noch heute vom byzantinischen Ritus bestimmt und die Sprache mit der die Mönche kommunizieren ist Griechisch. Allerdings untersteht das Kloster direkt dem Papst.

Führung nach Grottaferrata und in die Albaner Berge

 

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