Was man bei der Hitze im Juli macht? Früher war das für Rom-Besucher keine Frage – ab in die Berge. Und so machten wir uns ebenfalls auf den Weg der Romschwärmer früherer Zeiten Richtung Olevano Romano.

Schon im 18. Jahrhundert, zurzeit von Goethes Besuch, gab es eine ansehnlich deutsche Künstlerkolonie in Rom. Damals war es üblich die heißen Sommermonate im hügeligen Umland zu verbringen. Und so entdeckte man schließlich Olevano. Schon 1796 beschrieb der Schriftsteller Karl Gottlob Küttner die Landschaft zwischen Palestrina und Subiaco als die schönste und malerischste, die er in Italien gesehen habe.

Es war jedoch der Tiroler Joseph Anton Koch, der den kleinen Ort Olevano für die Kunst entdeckte. Und nicht nur für die Kunst. Koch fand in Olevano seine große Liebe und Ehefrau Cassandra Ranaldi mit der er eine ganze Künstlerdynastie zeugte. Sein Enkel Gaetano Koch, baute eine Reihe Ministeriumsgebäude in Rom und war Bauleiter am Monumento Vittoriano. Er soll sich dabei so verausgabt haben, dass er an einer Lungenentzündung starb.

Joseph Anton Koch schwelgte in den Motiven der kargen und doch so farbenreichen Landschaft. Er schuf eine Menge Gemälde in denen er diese Landschaft mit Nymphen, Schäfern und anderen mystischen Wesen bevölkerte. Selbst Don Quichotte und Sancho Pansa ließ er durch die Berge von Olevano reiten.

Sein Schüler Franz Horny schrieb 1817 an seine Mutter: „Das ist ein wahres Zauberland, gewiss einer der schönsten und bedeutendsten Punkte Italiens.“ Er sollte auch sein Schicksal werden. Mit nur 25 Jahren erlag der Weimarer hier einem Lungenleiden. In der Pfarrkirche findet man sein Grab.

Die Landschaft der Monti Prenestini regte eine ganze Künstlergeneration zu solcher Kreativität an, dass man heute in fast jeder deutschen Gemäldegalerie ein paar Ansichten von Olevano findet.

  

Als 1873 der alte Steineichenwald oberhalb des Ortes verkauft werden sollte um ihn zu Eisenbahnschwellen zu zersägen, initiierte der Maler Edmund Kanoldt eine Spendensammlung um den Wald zu kaufen und dem deutschen Kaiser zu übergeben, wo er ihn in sicheren Händen hoffte. Dieser unterstellte ihn als Stiftung der Preußischen Akademie der Künste. So blieb die Serpentara bis heute erhalten. Immer noch schickt die Kunstakademie Berlin jedes Jahr Stipendiaten in die Villa Serpentara und die angrenzende Casa Baldi.

Massentourismus findet man in Olevano heute nicht. Vielleicht gibt es dafür zu wenige Sensationen. Aber die Landschaft hat sich seit der Zeit der Romantiker kaum verändert. Und wenn man durch die engen Gassen hinauf zu den Resten der Burg wandert, meint man, seit der Zeit, als Koch hier seine Cassandra fand, sei nur ein Augenblick vergangen.

Wem das nicht reicht, auch für Feinschmecker lohnt sich ein Tagesausflug. Mit dem Cesanese di Olevano wächst hier einer der besten Rotweine Latiums. Der passt wunderbar zu den Leckereien, die die Geschwister Sora, gleich am Ortseingang auftischen. Heimische Küche mit viel Kreativität und der richtige Ort um den Ausflug in die Berge der Romantiker abzuschließen.

Ristorante Sora Maria e Arcangelo
via Roma 42
Olevano Romano

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