Burg von Santa SeveraWenn nun die Frühlingssonne langsam intensiver scheint, macht es wieder Spaß ans Meer zu fahren. Zum Baden ist es natürlich noch zu kalt. Aber für einen Spaziergang entlang den Wellen und eine halbe Stunde im Liegestuhl reicht die Wärme schon. Zu den schönsten Küstenorten im nördlichen Latium zählt sicher Santa Severa mit seiner mittelalterlichen Burg die direkt am Wasser steht.

Die Küstenebene nördlich von Rom war lange Jahrhunderte malariaverseuchtes Gebiet und immer in Gefahr von Piraten überfallen zu werden. Deshalb befinden sich die historischen Städte und Dörfer im Landesinneren. Santa Severa ist eine Ausnahme. Ein Ort, der seit über 2500 Jahren ununterbrochen besiedelt ist. Ursprünglich war hier der Hafen der nahen Etruskerstadt Cerveteri namens Pyrgi. Offenbar eine reiche Stadt. Wir kennen den Bericht über die Plünderung Pyrgis durch Dionysios von Syrakus im Jahr 384 v.Chr., der die unglaubliche Summe von tausend Talenten erbeutete. Seit 1954 drei Tempel direkt am Strand ausgegraben wurden, ist der Reichtum auch direkt fassbar geworden. Die Fundstücke sind heute in der Villa Giulia in Rom zu besichtigen. Vor Ort blieben nur die Fundamente der Gebäude. Im 3. Jahrhundert vor Christus wurde Pyrgi eine römische Kolonie. Es wandelte sich zum Fischerdorf und Zentrum zahlreicher Sommervillen reicher Römer, die in der Umgebung entstanden. Im Jahr 298 n.Chr. soll hier am Strand ein junges Christenmädchen namens Severa zu Tode gepeitscht worden sein. Die Märtyrerin wurde zur Patronin des Ortes und seit 850 ist der Name Santa Severa statt Pyrgi verbrieft. Der Ort blieb jedoch der gleiche, auch wenn die mittelalterliche Stadtmauer gegenüber der römischen erhebliche verkleinert wurde. Der antike Hafen versank im Meer und ist heute ein faszinierendes Ziel für Unterwasserarchäologen.

Burg von Santa Severa  Burg von Santa Severa, erster Hof
Im 9. Jahrhundert wurde die Burg erbaut, die heute noch das Panorama des Strandes bestimmt. Im Anschluss entstand an Stelle des römischen Pygri ein Burgdorf, das in die Verteidungsanlage einbezogen wurde. Es bietet bis heute das Bild eines mittelalterlichen, befestigten Dorfes mit Plätzen und Gärten, auch wenn es im Moment nur eingeschränkt zugänglich ist. Burg und Dorf werden zur Zeit für Kongresse und Tourismus ausgebaut und bald kann man zwischen Restaurants und Boutiquen schlendern. Das interessante Museum ist allerdings schon zu besichtigen. Und natürlich ist der breite Sandstrand erreichbar, der sich zwischen der Burg von Santa Severa und Santa Marinella erstreckt.  Dem Ort in dem einst Ingrid Bergman und Roberto Rossellini wohnten. Übrigens sehr zu empfehlen für Liebhaber von Meeresfrüchten ist das Restaurant „Isola del Pescatore“ direkt am Strand.

Einen Fahrplan für den Zug von Rom nach Santa Severa gibt es hier.

Vom 25. April bis 4. Mai 2014 ist die Burg erstmals wieder zur Besichtigung geöffnet. Führungen kann man hier reservieren.

Strand von Santa Severa  Burg von Santa Severa, ein Stück der etruskischen Stadtmauer

Santa Severa

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