La Macchina di Santa Rosa

La Macchina di Santa Rosa

Das Mädchen Rosa hatte bereits im Alter von drei Jahren Eingebungen und begann ein asketisches Leben zu führen. Es legte sich selbst Bußübungen auf und mit sieben predigte sie gegen Kaiser Friedrich II. der im Streit mit Papst Innozenz IV. lag. Sie verlangte unermüdlich Aufnahme in ein Kloster, was ihr aber wegen der Armut ihrer Eltern verweigert wurde.

Was heute ein Fall für das Jugendamt wäre wurde im 13. Jahrhundert begierig vom Papst für seine Propaganda gegen die Staufer ausgenutzt. Viterbo, wo Rosa 1233 oder 1234 geboren wurde war zu dieser Zeit neben Rom die wichtigste Stadt Latiums und beide Städte kämpften auf Augenhöhe um die Vorherrschaft in Mittelitalien. Die Regel, dass man immer gewinnt, wenn man Kinder oder Tiere in der Werbung einsetzt, galt jedoch schon damals und so gelang es dem Papst mit Hilfe Rosas die Bürger Viterbos auf seine Seite zu ziehen.

Angeblich aus Gram, weil man sie nicht Nonne werden ließ, starb Rosa im zarten Alter von 18 Jahren und wurde in der Kirche Santa Maria del Poggio beigesetzt. Am 4. September 1258 erfüllte der Papst posthum doch ihren Wunsch ins Kloster zu gehen und ließ den Leichnam in die Kirche des Klarissenklosters überführen, die heute ihren Namen, Santa Rosa, trägt. Dieser Umzug wird seither am Vorabend, also am 3. September in Viterbo symbolisch nachvollzogen. Trug man anfangs noch einen Altar auf dem Weg zwischen den zwei Kirchen wuchs dieser langsam zu einem riesigen Turm, die Macchina di Santa Rosa.

Rosa von ViterboHeute tritt die Heilige Rosa in den Hintergrund und der Transport der Macchina ist der eigentliche Höhepunkt des mehrtägigen Festes für die Stadtpatronin. Bereits am Nachmittag beginnen die Profis unter den Zuschauern Klappstühle entlang der Strecke aufzustellen und feiern mit Pizza und Wein ein lustiges Picknick. Zur Unterhaltung marschieren bereits etliche Musik- und Folkloregruppen aus der ganzen Provinz vorbei. Wenn die Dämmerung hereinbricht, steigert sich die Spannung und das Gedränge der Zuschauer wird immer dichter. Die Macchina kann schon in ihrem Gerüst an der Porta Romana bewundert werden. Alle fünf Jahre wird nach einem Wettbewerb ein neuer Turm entworfen. Die aktuelle Macchina mit Namen „Fiore del Cielo“ (Blume des Himmels) wurde letztes Jahr von dem einheimischen Architekten Arturo Vittori und seinem Schweizer Kollegen Andreas Vogler erdacht. Der spiralförmig gedrehte Aluminiunkörper ist gut 30 m hoch und wiegt 5 Tonnen. Zeitgemäß werden die tausenden handgefertigten Rosen von LED-Leuchten illuminiert. Aber auch etliche Kerzen werden entzündet.

Die eigentliche Prozession beginnt, wenn hunderte Facchini, die Träger, im Laufschritt die steile Via Garibaldi hinaufstürmen. Nun wird das Licht in den Straßen ausgeschaltet, denn nur noch die Macchina di Santa Rosa soll leuchten. Schließlich tragen die Facchini das riesige glitzernde Monstrum, einer Kapelle folgend, durch die Stadt. Dem Turm folgt der Bischof samt Gefolge in gebührendem Abstand. Er möchte ja nicht von der Macchina, die schon in manchen Jahren ins Wanken kam, erschlagen werden. Die Zuschauer, die nach stundenlangem Warten das nur minutendauernde Schauspiel gesehen haben, schließen sich an. Zum Schluss müssen die Facchini den besonders steilen Aufstieg zur Kirche Santa Rosa bewältigen zu der die Macchina mit Muskelkraft und Seilzügen hinaufgewuchtet werden. Doch egal wo man sie sieht in der mittelalterlichen und nun stockdunklen Stadt Viterbo. Der Faszination des Schauspiels kann man sich kaum entziehen.

La Macchina di Santa RosaLa Macchina di Santa Rosa

Kommentieren

*

Seiten