Columbarium des Pomponius Hylas, Mosaik am EingangFührung im Columbarium des Pomponius Hylas

Wir wissen kaum etwas über Pomponius Hylas und seine Ehefrau Pomponia. Doch das Familiengrab, das das Ehepaar hinterließ, ist ein wahres Schmuckkästchen, das jedoch gut versteckt ist. In dem kleinen Häuschen in einem Eck des Parco degli Scipioni, an der Porta Latina in Rom, werden die meisten Spaziergänger Gartengeräte vermuten, doch geht hier die Treppe in die Tiefe zum Columbarium. Ursprünglich gab es sicher auch einen oberirdischen Teil, eine repräsentative Fassade, vielleicht mit Marmorsäulen, an der Via Latina. Doch ging diese wohl den gleichen Weg wie die Marmorfassade des nahen Grabs der Scipionen. Sie verschwanden in den Kalköfen, um Mörtel für die Renaissance- und Barockkirchen Roms herzustellen.

Das Grab wurde 1831 wiedergefunden als der Marchese Giampietro Campana auf der Suche nach weiteren Grabkammern der Scipionen das Gelände durchpflügte. Als Columbarium wird es bezeichnet, da die Nischen für die Urnen an einen Taubenschlag erinnern. Campana fand in den folgenden Jahren in der nahen Vigna Codini weitere drei Columbarien, doch das des Pomponius Hylas blieb das schönste. Diese Familiengräber sind Anlagen in denen neben den eigentlichen Familienangehörigen auch Sklaven und freigelassene Sklaven beigesetzt wurden.

Columbarium des Pomponius Hylas  Columbarium des Pomponius Hylas

Das Columbarium des Pomponius Hylas wurde so nach einem Mosaik bezeichnet, das der Besucher als erstes über der Treppe erblickt. Es besteht aus Glassteinen und ist mit Muscheln verziert und trägt die Namen des Ehepaars, wobei Pomponia als Freigelassene eines Vitalinus (L Vitalinis) bezeichnet wird. Unter den Namen sieht man zwei Greifen als Schutz gegen böse Geister und eine Leier als Symbol für Apollon. Das „V“ für vivit über dem Namen der Pomponia bedeutet, dass sie bei Erstellung des Mosaiks noch lebte, also die eigentliche Bauherrin des Grabs für ihren verstorbenen Ehemann und ihre Familie war. Doch das Grab bestand schon zuvor. In der Zeit des Kaisers Claudius (41 – 54) wurden an der prominenten Frontseite Granius Nestor und seine Frau Vinileia Hedone beigesetzt. Beide sind auch an der Wand der Nische dargestellt, wobei Nestor mit einer Toga mit Purpurapplikationen als wichtiger Senator gekennzeichnet ist. Er war wohl Anhänger des mysteriösen Dionysuskultes, wie die weiteren Darstellungen an diesem Grabmal vermuten lassen. Im Giebel ist Dionysus selbst mit zwei Tritonen dargestellt.

Columbarium des Pomponius Hylas, Grab des Granius Nestor  Columbarium des Pomponius Hylas, Grab des Granius Nestor  Columbarium des Pomponius Hylas, Cheiron und Achilles

Über dem Grab des Pomponius ist dagegen der Zentaur Cheiron als Lehrer des Achilles dargestellt. Die Urne von Hylas wurde jedoch bereits im Mittelalter geraubt. Sie wurde erst vor kurzem im Kirchenschatz des Doms von Ravello an der Küste südlich von Neapel wiederentdeckt. Nur die letzte Beerdigung in diesem Familiengrab war keine Feuerbestattung. Unter der Treppe, die original aus der Antike erhalten ist, liegt ein Sarkophag in dem Campana den fast unversehrten Leichnam einer jungen Frau fand, der jedoch durch den Zustrom von Sauerstoff zerfiel. Das Mädchen hielt eine Münze mit dem Bild der Faustina, der Frau des Kaisers Antoninus Pius in der Hand. Das heißt, das Grab wurde zum letzten Mal in der Hälfte des zweiten Jahrhunderts genutzt, etwa ein Jahrhundert nach der ersten Bestattung.

Eine Besichtigung ist nur auf Anfrage möglich.

Columbarium des Pomponius Hylas, Dionysus

Das Columbarium des Pomponius Hylas in Rom

Columbario del Pomponio Hylas auf einer größeren Karte anzeigen

zurück

______________________________________________________________________________________________________

Kommentieren

*

Seiten