In einer Gasse versteckt, nicht weit vom Hauptbahnhof Termini entfernt, befindet sich eines der ältesten Stadttore Roms. Es gehörte zur Servianischen Mauer, die von König Servius Tullius im 6. Jahrhundert vor Christus errichtet worden sein soll. Durch die Porta Esquilinia, wie man das Tor damals nannte, verließ man auf der Via Labicana die Stadt Richtung der Albaner Berge. Kurz vor Christi Geburt, ließ sich Gaius Maecenas, Berater und Vertrauter Augustus, vor dem Tor eine große Parkanlage anlegen. Maecenas war bekannt für die Förderung junger Dichter, was in der Bezeichnung der Mäzen bis heute nachklingt. Von einem Turm in den Maecenas-Gärten soll Nero den Brand von Rom beobachtet haben.

Augustus ließ das Stadttor mit drei Bögen, von dem heute nur der mittlere erhalten ist, erneuern, obwohl Rom längst über die alte Stadtmauer hinaus gewachsen war und sie so ihre Funktion verloren hat. Im Jahr 262 n.Chr. wurde das Tor in einen Ehrenbogen für Kaiser Gallienus umgewandelt, wobei man wohl nur die Inschrift ersetzte. Gallienus war von 253 bis 268 Kaiser, die ersten 7 Jahre gemeinsam mit seinem Vater Valerian. Gallienus interessierte sich für Philosophie und griechische Kunst und war den Christen gegenüber tolerant, doch ein feingeistiges Leben wie Maecenas konnte er nicht führen. In seiner Regierungszeit drohte das Römische Reich zu zerbrechen. Gallien machte sich genauso unabhängig wie Syrien. Zu dem kam die Völkerwanderung richtig in Fahrt. Germanen und Goten fielen ins Reich ein. Die Agri decumates, das heutige Baden-Württemberg, wurde von den Alemannen erobert. Immerhin konnte er die Donau als Grenze halten. Im Römischen Museum in Augsburg wird ein Altar aufbewahrt, der an seinen Sieg über die Juthungen erinnert.

Gallienus endete jedoch nicht im Kampf gegen die Germanen. Er wurde in Mailand von seinen eigenen Offizieren in einen Hinterhalt gelockt und ermordet. Die Ruine seines Grabes befindet sich an der Via Appia weit außerhalb Roms auf der Höhe des Flughafen Ciampino. An den Gallienusbogen wurde im 9. Jahrhundert San Vito, die Kirche des Heilgen Veit, Patron der Epileptiker, angebaut.

         

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