Isola FarneseHeute möchte ich einen Ausflug vorschlagen der in einen römischen Stadtteil führt, der so gar nicht dem entspricht, wie man sich Rom vorstellt. Isola Farnese ist ein winziger aber gut erhaltener mittelalterlicher Ort, der sich neben das namensgebende Castello Farnese auf einem Hügel über dem tief eingeschnittenen Tal des Piordo drängt. Der Name Isola hat dabei nichts mit einer Insel zu tun, sondern er leitet sich vom lateinischen Insula her, einer Bezeichnung für einen Wohnblock. Im Mittelalter wurde der Begriff dann für Ortschaften in der Umgebung Roms verwendet. Erwähnt wurde Isola Farnese zum ersten Mal in einer Bulle des Papstes aus dem Jahr 955. Allerdings noch unter dem Namen Municipium Augustum Veiens. Ein Hinweis auf die ältere Geschichte des Platzes. Auf dem gegenüberliegenden, viel größeren Plateau lag die Stadt Veji, eine der wichtigsten Städte der Etrusker und Gegenspielerin Roms. Nach einem zehnjährigen, legendären Krieg gelang es dem römischen General Marcus Furius Camillus 396 vor Christus das mächtige Veji zu bezwingen. Die Stadt wurde zerstört und alle Einwohner versklavt. Erst 400 Jahre später gründete Augustus die Stadt neu als Municipium.
Und noch einmal 500 Jahre später, wohl im Verlauf der Gotenkriege, oder auch später unter den Langobarden, wurde die Stadt wieder, diesmal endgültig aufgegeben. Dass der antike Name noch um die Jahrtausendwende in Gebrauch war, lässt darauf schließen, dass sich die verbliebenen Einwohner von Veji auf dem leicht zu verteidigenden Hügel von Isola Farnese verschanzten. Die Burg die hier stand hatte zweimal kaiserlichen Besuch. 1209 wohnte Otto der Große und 1312 Heinrich VII. hier und genossen den Blick in die Campagna Romana. 1567 erwarb Kardinal Alessandro Farnese die Burg und gab ihr den Namen, der ihr auch bei den vielen weiteren Besitzerwechseln erhalten blieb. Vor der Burg entstand ein kleines Dorf mit einer Kirche, die noch einige Fundstücke aus Veji enthält. Von Isola Farnese aus kann man wunderschöne Wanderungen durch den Naturpark von Veji unternehmen. Doch da es schon am späten Vormittag recht heiß war begnügten wir uns damit uns auf die Terrasse des Restaurants Tempio di Apollo zu setzen. Ob man alleine wegen des Essens hier heraus fahren soll weiß ich nicht. Der Ausblick von der Terrasse ist jedoch unschlagbar. Wer also hierher kommt sollte das nicht bei Regenwetter tun. Allerdings war die Kaninchenroulade doch so gut, dass ich den Koch nach dem Rezept gefragt habe. Erst beim Aufschreiben fiel mir auf, dass ich gar keine Mengenangaben bekommen habe. Aber ich werde es bei Gelegenheit nachkochen und diese dann ergänzen.

Isola Farnese
Rezept Gefülltes Kaninchen
Man nehme ein Kaninchen und befreie es von Knochen und Sehnen und allem was sonst schwer verdaulich ist.

Für die Füllung wird zur Hälfte Geflügel- und Kalbfleisch fein gehackt und dann mit einem Ei und Semmelbröseln vermischt. Gut salzen und pfeffern. Das Kaninchen wird mit der Masse gefüllt und mit dünnem Speck (Lardo) umwickelt und mit Küchengarn umwickelt. Mit reichlich gutem Olivenöl beträufelt schiebt man es dann in den Backofen. Ich hätte noch eine leichte Soße, z.B. mit Balsamicoessig dazu gereicht. In Isola Farnese beließ es der Koch dabei die Rouladen mit frischen Kräutern zu bestreuen.

Isola Farnese, Blick vom Restaurant Tempio di Apollo zum Castello


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