Ein Kilometer südlich des Hauptbahnhofes Termini in Rom steht ein eigenartiges antikes Gebäude. Ein zehneckiger großer Saal mit 24 Metern Durchmesser, mit großen Fenstern und Apsiden.

Die Ruine wird als Tempel der Minerva Medica bezeichnet, auch wenn man heute sicher ist, dass es dies genau nicht war. Es bekam seinen Namen nach der Götterstatue der Minerva Giustiniani, die dort im 17. Jahrhundert gefunden wurde und heute im Vatikanischen Museum steht. Die Ruine wird heute in der Regel als Nymphäum, also Brunnenhaus bezeichnet, auch wenn es dafür genauso wenig stichfeste Hinweise gibt. Vermutlich war es Teil der Horti Liciniani, der Gärten der Familie der Licinier und wurde möglicherweise in der Regierungszeit des Kaisers Gallienus (253 – 268) erbaut. Ein Kaiser, der nicht zu den fähigsten und glücklichsten zählte. In seiner Regierungszeit brachen die Barbaren in großer Zahl ins Römische Reich ein. Während des Krieges gegen die Goten fiel er einer Verschwörung zum Opfer. Warum dieses aufwändige Gebäude errichtet wurde, ist immer noch ein Rätsel. Die Kuppel, eine der größten der römischen Antike, inspirierte die Architekten der Renaissance. 1828 fiel sie plötzlich und ohne Vorwarnung ein. Damals stand die Ruine, zwar knapp innerhalb der antiken Stadtmauer aber einsam umgeben von Gemüsefeldern.

Noch andere Statuen wurden im Umfeld der Ruine ausgegraben. Darunter zwei Magistraten, die gerade ein Taschentuch werfen und damit den Startschuss für die Pferderennen im Circus Maximus geben. Man findet sie heute im Kapitolinischen Museum.

Heute sind die Gleise der Eisenbahn an die Ruine herangerückt und die Straßenbahn tuckert direkt vorbei. Der Bau, der die Archäologen immer noch ratlos lässt, liegt vergessen im römischen Verkehr.

 

Kommentieren

Seiten