1733 passierte das Unglück in der Kirche San Lorenzo in Lucina in der nördlichen Altstadt Roms. Eine junge Kuh hatte keine Lust auf ihren letzten Weg zum Metzger, riss sich los und stürmte mitten in die Messe, die gerade in der Kirche abgehalten wurde. Die Gläubigen stoben auseinander und der Pfarrer verschanzte sich in der Sakristei. Die Kuh wurde schließlich in der Fonseca-Kapelle überwältigt, einem berühmten Spätwerk des noch berühmteren Gianlorenzo Bernini. Doch bei diesem Kampf blieben einige Stuckengel des barocken Meisters auf der Strecke. So ist die Fassung der Kapelle, die wir heute sehen können, das Ergebnis der Restaurierung nach dem Kuhkampf.
Doch es gibt noch genügend von Bernini zu bestaunen, der die Kapelle im hohen Alter von über 70 Jahren für den portugiesischen Hausarzt von Papst Innozenz X., Gabriele Fonseca, als Familiengrabstätte entwarf. Geblieben ist die Kuppel in der eine goldene Wolke von Putten gefangen scheint, die das Licht gedämpft hinab gleiten lässt. Das Motiv erinnert an Berninis Cathedra Petri im Petersdom. Geblieben sind auch drei Büsten von Familienmitgliedern Fonsecas, die sich aus Fensterluken zu beugen scheinen und zum Altar schauen. Die zwei rechten Büsten stammen von Schülern des Bildhauers. An der Skulptur des Arztes Fonsecas selbst, vorne links, erkennt man jedoch die Hand des Meisters. Sie ist die lebendigste und man glaubt sie würde atmen. Fonseca hat einen Ausdruck von Ergriffenheit. Er wendet sich vom Betrachter ab und hin zum Altar. Allein die linke Hand des Mediziners, die sich ohne dass er es zu merken scheint, in seinem Mantel krallt, ist ein Meisterstück.
Die Büste von Monsignore De Witten, der ebenfalls hier begraben wurde, kam erst 1868 dazu.

Über die anderen Sehenswürdigkeiten der Kirche erfahrt ihr hier mehr.
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