Die Vatikanischen Museen sind das größte Museum der Welt und vielleicht auch das am meisten besuchte. Ich kann nur empfehlen sich einmal vom großen Touristenstrom zu lösen und in die wenig besuchten Gänge vorzustoßen. Dazu gehört das Museo Gregoriano Etrusco, das Etruskische Museum, das nach dem in der Villa Giulia in Rom sicher das umfangreichste ist. Einen Besuch dort lohnt sicher der sogenannte Mars von Todi. Ein ganz seltenes und zudem ausgesprochen gut erhaltenes Beispiel einer Bronzeplastik aus der Antike.

Todi ist eine Kleinstadt im Tibertal zwischen Rom und Florenz, die 1990 von amerikanischen Forschern zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität erklärt wurde. Jedenfalls wurde hier im Jahr 1835 diese Statue gefunden. Sie war zwischen vier Travertinblöcken regelrecht begraben worden. Ein üblicher Vorgang, wenn eine Kultstatue zum Beispiel durch einen Blitzschlag entweiht wurde. Ob die Figur tatsächlich Mars oder nur einen normalen Krieger darstellt ist umstritten, sein „Grab“ spricht jedoch für den Gott. Er hielt wohl eine Schale für ein Trankopfer in der rechten Hand, die mit ihm gefunden wurde. Mit der Linken stützte er sich auf eine Lanze. Der Helm, den er sicher auf hatte, fehlt. Aber wir wissen wer ihn in Auftrag gegeben hat. Auf einer Lasche der Rüstung steht eingraviert: „Ahal Trutitis dunum dede“, also „Ahal Trutitis hat in gegeben“, in altumbrischer Sprache, in etruskischer Schrift.

Und so ist dieses Weihegeschenk des Bürgers von Todi, der vor etwa 2400 Jahren lebte ein Zeugnis der Kultur der Menschen, die bevor sie von Rom unterworfen wurden in Umbrien lebten. Der Mars ist ein lebensnaher, mit gerade 1,40 m Höhe nicht bedrohlicher Gott, dem ein Anflug eines Lächelns auf den Lippen erscheint. Vielleicht demonstriert er, dass schon damals Tutere, wie Todi hieß, in der Lebensqualität ganz vorne dabei war.

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