Piranesi-1764

Das Kapitol, Stich von Giovanni Battista Piranesi, 1764

50_cent_coin_It_serie_1Wunderschön ist es am Morgen auf den Kapitolshügel zu steigen. Man schreitet über die Cordonata von Michelangelo hinauf und betritt zwischen den Statuen der Dioskuren den Platz in dessen Mitte Mark Aurel grüßt. Auch für das Aussehen des Kapitolplatzes ist Michelangelo verantwortlich, der 1534 von Papst Paul III. den Auftrag bekam dem Hügel, einst das Zentrum des antiken Roms, seine Bedeutung wiederzugeben. Eine Lebensaufgabe. Die meisten Elemente, die Michelangelo entwarf, waren bei seinem Tod noch nicht fertig. Als erstes stellte er die antike Statue des Mark Aurel auf. Er gestaltete die Fassade des Senatorenpalast, heute das Rathaus von Rom, neu und nahm den Konservatorenpalast in Angriff. Dessen Spiegelbild, der Palazzo Nuovo existierte nur in den Skizzen des Meisters. Er wurde erst hundert Jahre später errichtet. Das Sternenmuster wurde sogar erst 1940 auf den Platz gelegt und schmückt heute das italienische 50-Cent-Stück.

Im Konservatorenpalast wurde 1471 das erste öffentliche Museum der Welt eingerichtet. Heute hat es sich in die Nachbarpaläste erweitert und zeigt eine der interessantesten Sammlungen der Stadt von antiken Statuen bis barocken Gemälden.

Jupiter Tempel

Rekonstruktion Des Kapitolinischen Tempels

Wären wir vor zweitausend Jahren auf den Hügel gestiegen, hätten wir ein ganz anderes Bild vor uns. Zu unserer Linken stände der riesige Tempel der Kapitolinischen Trias für die Götter Jupiter, Juno und Minerva. Der Legende nach wurde er 509 vor Christus von Marcus Horatius Pulvillus eingeweiht, doch mindestens viermal, zuletzt 80 nach Christus, erneuert. Im gegenüber erhob sich die Arx, die Fluchtburg der Römer, mit dem Tempel der Juno Moneta. Im Mittelalter wurde der Tempel der Juno in die Kirche Santa Maria in Aracoeli umgewandelt, deren Besuch wir nicht verpassen sollten. Nicht nur weil hier das römische Christkind wohnt.

Der große Kapitolinische Tempel zerfiel und verschwand im 16. Jahrhundert unter dem Palazzo Caffarelli, der von 1817 bis 1918 erst preußische dann deutsche Botschaft war. Von der Terrasse seines Cafés können wir noch heute einen exklusiven Blick über Rom bis zum Petersdom genießen.

Doch besuchen wir noch die berühmte römische Wölfin, die auf einer Säule am linken Eck des Senatorenpalast steht. Von hier überblicken wir das Forum Romanum unser Blick geht entlang der Via Sacra bis zum Titusbogen. Dahinter sehen wir die Albaner Berge im Morgendunst. Auf dem Monte Cavo stand einst der Jupitertempel der alten Latiner. Diese Aussicht schlägt die Brücke über Jahrtausende als hier noch ein alter etruskischer Priester in die gleiche Richtung schaute und versuchte aus dem Flug der Vögel den Willen der Götter zu lesen. Dessen Geheimnisse spüren wir hier noch heute.

Besuchen Sie auf dem Kapitol

Kapitolinische Museen

Santa Maria in Aracoeli

Buchtipp

Besichtigen Sie den Kapitolshügel bei einer Führung:

Buchen Stadtbesichtigungen.de

Buchung und Auskunft unter: info@stadtbesichtigungen.de
oder Telefon: +39 – 346 – 8533377

Das Kapitol im Herbst

Aufgang zum Kapitol

Marc Aurel 002

Statue des Mark Aurel

Seiten